Der reife, warme Tenorklang in Moritz Stahls Spiel ist ein unverwechselbares Merkmal des jungen Saxophonisten. FrΓΌh wurde sein auffallendes musikalisches Talent entdeckt und gefΓΆrdert: Mit dem Landes-Jugendjazzorchester Bayern und anschließend im Bundesjazzorchester spielte Stahl bereits Tourneen in Asien, SΓΌdamerika und Russland, bevor er sein Jazzstudium bei Florian TrΓΌbsbach an der HMT MΓΌnchen aufnahm. In dieser Zeit prΓ€gten ihn auch Mentoren wie Seamus Blake, Karsten Gorzel sowie Christian ElsΓ€sser und Gregor HΓΌbner in seinem nachfolgendem Kompositionsstudium. Bereits wΓ€hrend des Studiums wurde Moritz Stahl mit dem Kurt-Maas-Jazz Award sowie dem Bayerischen KunstfΓΆrderpreis ausgezeichnet. 

2021 gewann er mit dem Luca Zambito Quartett den JungenMΓΌnchener Jazzpreis und 2022 wurde ihm BMW Welt Young Artist Jazz Award verliehen. 2024 er hielt er das Musikstipendium der Stadt MΓΌnchen.

Die Bandbreite seiner musikalischen EinflΓΌsse – traditionellere ebenso wie zeitgenΓΆssische StrΓΆmungen und auch progressive, experimentelle und elektronische Musik – spiegeln sich in den Ensembles wider, in denen er mitwirkt. Darunter sein Electronic Alternative Experimental Jazz Kollektiv Ark Noir, das Munich Composer Collektive Fiona Grond Interspaces, Luca Zambito Quartett und nicht zuletzt seine TΓ€tigkeit in der Jazzrausch Bigband.

Moritz Stahl ist auch aktiv in einigen Initaitiven wie z.B. als Mitinitiators des niq e.V.’s oder Co-GrΓΌnder des MΓΌnchener Labels tunnel.visions.

Im September 2022 grΓΌndete er sein Moritz Stahl Quintett das renommierte Musiker aus der ganzen Republik vereint. Die komplexen kompositorischen Werke bieten meinen Mitmusikern stΓ€ndig neue Einladungen, ihren individuellen Charakter frei zu entfalten und etwas Neues entstehen zu lassen. Diese Offenheit richtet sich auch an das Publikum. Die Erwartungshaltung soll eliminiert und stattdessen Neugier geweckt werden. Die Band mΓΆchte dazu beitragen, eine grâßere Akzeptanz von DiversitΓ€t zu ermΓΆglichen und ΓΌber die Grenzen des Jazz hinaus in andere kulturelle RΓ€ume zu wirken.”

MΓ€rz 2023 verΓΆffentlichte er sein Debutalbum Traumsequenz als eindrucksvolle Doppel LP auf dem Schweizer Label Unit Records. Das Album erregte internationales Aufsehen.

β€žTraumseqeuenzβ€œ ist nicht nur ein traumhaft schΓΆnes (Doppel-)Album, die darauf enthaltene Musik verfΓΌgt tatsΓ€chlich ΓΌber außerweltliche QualitΓ€ten, die sie den HΓΆrer als eine Art Traum wahrnehmen lΓ€sst.β€œ
- Jazzthing

β€œThe seventeen tracks are thoughtfully sequenced, never settling in one place for too long but moving in a very natural flow. (...)Stahl’s multi-sectioned pieces at once suggesting the angularity of Paul Motian and the dark, sinuous movements of Wayne Shorter. His forceful tenor solo on β€œProcrastination Episode” momentarily recalls Gary Thomas, but in the main it’s difficult to discern any overt influences in his playing beyond Shorter(…)For the most part Stahl’s gaze is fixed firmly on the future, but fleeting moments like these remind us he is part of a longer tradition”
-
London Jazz News

β€œ(...)der dynamisch-tonale Charakter dieser Musik ziemlich unverwechselbar.”
- Jazzthetik

Im August 2024 grΓΌndet er ein weiteres Ensemble, das Trio ENDERN mit dem er direkt im December 2024 das Album free/transcripts auf dem Label BOOMSLANG RECORDS verΓΆffentlichte.

Mit ihrem durchtriebenen Rundumschlag β€žfree/transcripts" protestiert Endern gegen eingefahrene HΓΆr- und Spielgewohnheiten, gegen die Erwartungen ihrer HΓΆrer, sogar gegen sich selbst und nicht zuletzt gegen die hohle Phrase vom Pro-test. Das setzt einen hohen Anspruch an die eigene Haltung voraus. Was die drei aus der Kombination ihrer Instrumente rausholen, ist enorm und in jeder Hinsicht unvorhersehbar.
-Jazzthing